Sebastian Nitsch

Er ist Hellwachträumer. Er fällt mit uns in Dinge hinein, die wir längst kennen – doch so haben wir sie noch nicht gesehen. Mit smoothen Klängen und einem rasterelektronenmikroskopischen Blick fürs Detail nimmt er uns bei der Hand und besichtigt unser Leben.
Er entlarvt Vogelgezwitscher als Revierpöbelei und erkennt als Mentalist auf der Zunge einer Versuchsperson, alle Geschmäcker der Vergangenheit. Er fällt mit uns durch Mauern der Wahrnehmung und findet dahinter große Schätze: unser Träumen, Lachen und Wundern.
Der 33-Jährige erkennt Tragik auch im Kleinen: Ein kranker Mensch niest, ein Gesunder wünscht „Gesundheit“ – und öffnet dazu seinen Mund, durch den viele Tröpfchen mit kleinen Viren schweben, die "Riders on the Storm" singen, auf der Zunge landen, aussteigen und sagen "Was für ein Trottel."